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Eurpos größte Tiny House Siedlung

Europas größte Tiny-House-Siedlung soll in Hannover wachsen

Im Stadtteil Burg könnte bis 2025 ein Ökodorf mit Kleinstwohnungen entstehen, wie sie in den USA beliebt sind. Für Donnerstag laden die Initiatoren zur Infoveranstaltung.

Hannover

Am Nordrand Hannovers könnte in den kommenden Jahren eine Ökosiedlung entstehen, in der bis zu 1000 Bewohner anders leben als bisher üblich: auf freiwillig begrenzten Wohnflächen mit dem obersten Ziel der Genügsamkeit. Eine Initiative rund um Thomas Köhler vom Verein Transition-Town und den ehemaligen Wirtschafts- und Umweltdezernenten Hans Mönninghoff hat eine Projektskizze erarbeitet und im Rathaus vorgelegt. An diesem Donnerstag soll sie erstmals öffentlich vorgestellt worden. Weil sich inzwischen mehr als 100 Interessierte angemeldet haben, ist der Ort kurzfristig in den Raschplatz-Pavillon verlegt worden.

In Burg könnte Europas größte Tiny-House-Siedlung entstehen, hoffen die Initiatoren. Tiny-House heißt übersetzt „winzige Behausung“. In Amerika macht schon länger eine gleichnamige Bewegung von sich reden. Deren Akteure leben in Kleinsthäusern, oft selbstgebaut aus Holz – aber nicht, weil ihnen Geld fehlt, sondern weil sie sich beschränken wollen und lieber mehr Gemeinschaftsflächen statt eigener vier Wände nutzen. Auch in Europa sind die Miniwohnungen immer öfter zu sehen, oft mit intelligenten Grundrissen und zuweilen vollgestopft mit Technik. Transition-Town-Sprecher Köhler sagt: „Auch wenn das Projekt unter dem Namen Eco-Village firmiert, also Ökodorf – das Ziel ist keine Community von Linksökobewegten, die sich Lehmhäuser bauen.“ Vielmehr gehe es um ein urbanes Gebiet mit einer bunten Mischung von Bewohnern, von Akademikern bis Studenten. Aktuell habe etwa ein VW-Manager großes Interesse bekundet, der derzeit mit seiner Frau auf 260 Quadratmetern lebt. „Viele Menschen machen sich Gedanken, wie sie ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren können – unser Projekt soll dafür ganz konkrete Gelegenheiten bieten“, sagt Mönninghoff.

 

Ohne Konflikte wird es aber nicht gehen. Das angedachte Areal umfasst 110.000 Quadratmeter östlich des Vinnhorster Wegs im Stadtteil Burg, wo derzeit etwa 200 Kleingärten angesiedelt sind. Im Kleingartenkonzept der Stadt ist dort langfristig Wohnbebauung vorgesehen, was viel Protest ausgelöst hat. Kürzlich hat die Stadt die Umwandlung von Kleingärten in Wohnbauland zwar zurückgestellt, weil sie etwa am Kronsberg und in der Wasserstadt Tausende Wohnungen schafft. „Wir haben aber andere Vorstellungen von Grundrissen und auch von den Kosten als das, was in diesen Neubaugebieten umgesetzt werden“, sagt Köhler. Mit den Kleingärtnern wolle man das Gespräch suchen. „Im Optimalfall könnten viele Gärten erhalten werden, die Lauben zum Wohnen und die Gärten als Selbstversorgerflächen genutzt werden“, sagt Köhler.

Doch es sind nicht nur Tiny-Houses geplant, sondern auch Mehrfamilienhäuser mit Miniappartments. „Wir sind nicht auf dem Land, sondern in einem großstädtischen Gebiet, da darf ein Teil der Fläche durchaus auch dicht und urban bebaut sein“, sagt Köhler. Denkbar sei etwa ein langer, minimalistischer Gebäuderiegel zur Straße, der auch vor Lärm schützt, dahinter dann Grünflächen mit den Kleinsthäusern. Juristischer Knackpunkt: Die Baubehörden von Stadt und Land müssten das Projekt als experimentellen Wohnungsbau akzeptieren, damit die Bauordnung weit ausgelegt werden kann

 

HAZ.de, Kevin Bortoli 26.02.2019

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