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Campingplatz im Wandel

Klosterfelde (MOZ) Dem Campingplatz am Lottschesee steht ein inhaltlicher Wandel bevor. Die momentan noch zu sehenden Wohnwagen mit Vorzelten werden nach und nach verschwinden. Dafür entstehen bis zu 50 Quadratmeter große Hütten und so genannte Tiny Houses, also Kleinsthäuser auf einem Trailer.

Margitta Bayer, Inhaberin des Campingplatzes am Lottschesee, ist die Erleichterung irgendwie anzusehen. Seit elf Jahren kümmert sie sich um das urwüchsige Areal am Lottschesee und versucht, dort ihren Traum vom ländlichen Leben abseits der Großstadt zu leben. Reduziert auf das Nötigste, ohne Luxus und Reichtum, dafür ökologisch bewusst und bodenständig.

Ihr Ziel bestand immer darin, dem Campingplatz ein unverwechselbares Profil zu verleihen. Die Belegschaft besteht aus Intellektuellen, Lebenskünstlern und auch sozial Schwachen, die am Lottschesee zu kleinen Kosten Erholung in freier Natur finden konnten. Der Platz bezog in der Vergangenheit sein Flair aus dem ungeordneten Nebeneinander von Wohnwagen und teils abenteuerlichen Vorzelten sowie provisorischen Unterständen. Keineswegs vergleichbar mit wohlgeordneten Campingplätzen, die ja heute auch schon mit Vorgärten und Markisen zur Abschottung vom Nachbarn daherkommen. „So etwas wollte ich nie, und das wird es auch künftig nicht geben. Aber tatsächlich bin ich jetzt fest dabei, hier kleine Schollen für Kleinsthäuser und feste Häuser zu verpachten. Die Phase der offenen Wohngemeinschaft endet jetzt“, bestätigt Margitta Bayer.

Erst jüngst passierte eine entsprechende Abwägung ihrer Baupläne die Wandlitzer Gemeindevertretung. Darin hatten sich auf 65 Seiten Privatpersonen und Träger öffentlicher Belange mit dem Vorhaben befasst, auf dem Campingplatz und im Umfeld desselben 20 Tiny Houses und 40 feste Häuser errichten zu wollen. Dass die von der Gemeinde vorgeschlagene Abwägung am Ende das Gremium passierte, erfreut die Inhaberin kolossal. Sie sieht nach Jahren der mühevollen und kostenintensiven Vorarbeiten endlich einen Durchbruch. „Heute muss ich erkennen, ich war mit meinen Ideen einige Jahre zu früh“, bedauert die frühere Berlinerin heute. Dass die Kleinsthäuser und festen Hütten momentan so begehrt sind, schreibt sie dem aus den USA nach Deutschland schwappenden Trend der Tiny Houses zu. Nach der Lehman-Brother-Pleite und dem Platzen der Immobilienblase favorisierten etliche Amerikaner notgedrungen transportable Wohnmöglichkeiten, die mittlerweile hohe Verbreitung erreicht haben. Ob die Eigentümer nun dem Job hinterher ziehen und in der Nähe von Kindern und Enkeln wohnen wollen, die Häuser haben einen Wasseranschluss, sind wärmegedämmt und verfügen über eine Heizung.

Margitta Bayer sieht diesen Trend ganz klar auch in Deutschland aufkommen, jedenfalls hat sie bereits 16 Grundstücke für Kleinsthäuser auf einem Trailer verpachtet. Einen Euro pro Quadratmeter Pacht verlangt sie monatlich von den Interessenten. Bei den festen Häusern geht es um insgesamt 40 Häuser, die auf maximal 300 Quadratmeter entstehen dürfen. 15 Häuser werden statt der Wohnwagen auf dem Campingplatz entstehen, weitere 25 Häuser zurückgesetzt hinter einem Graben. Dass keines der Häuser, egal ob fix oder mobil, einen Anspruch auf Dauerwohnen und ersten Wohnsitz begründet, gehört zu den Vereinbarungen, die bereits getroffen wurden. Die Interessenten der Häuser kaufen das Haus, das dann auf Pachtland steht.

Gelassen bleibt Margitta Bayer auch bei einem anderen Thema: Anwohner im Umfeld befürchten einen Ansturm Berliner Wochenendler. „Remmidemmi und lautes Gehabe wird es nicht geben, es besteht hier schließlich eine Platzordnung“, versichert die Eigentümerin in Erwartung einer Baugenehmigung.

 

MOZ 2018. Kevin Bortoli 01.02.2019

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